Pflicht der Arbeitgeber in Österreich
Was bedeutet dies nun für österreichische Arbeitgeber, die gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ASchG für eine geeignete Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung zu sorgen haben?
Sie brauchen vorerst so Ing. Lesigang, zuständiger Komitee-Manager bei Austrian Standards nichts zu tun: „Bestehende Sicherheitskennzeichnungen müssen nicht ersetzt werden, teilweise dürfen sie auch gar nicht ausgetauscht werden, da manche in der ISO 7010 doch erheblich von der österreichischen Kennzeichnungsverordnung abweichen, und die gesetzlichen Bestimmungen haben klarerweise Vorrang vor einer freiwilligen Normen.“
Allerdings ist vorgesehen, die Europäische Richtlinie 92/58/EWG in naher Zukunft zu überarbeiten. Damit könnten sich in den nächsten Jahren Änderungen ergeben. Empfohlen wird jedoch schon jetzt, wo sinnvoll, jene Zeichen aus der ISO 7010 anzuwenden, die nicht durch die Kennzeichnungsverordnung geregelt sind.
Weiterhin gültig bleibt aber auf jeden Fall der Grundsatz, dass Sicherheitszeichen kein Ersatz für ordnungsgemäße Arbeitsmethoden, Unterweisungen sowie für Unfallverhütungsmaßnahmen und -übungen sind. Denn die Unterweisung der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber ist wesentlicher Teil eines Sicherheitssystems.
Alle Zeichen im Überblick
Komitee-Manager Lesigang und dem Komitee 052 „Arbeitsschutz, Ergonomie, Sicherheitstechnik AES“ war es ein besonderes Anliegen, Missverständnissen, die aufgrund dieser Änderung des Normenwerks entstehen könnten, vorzubeugen. Deshalb wurde für ÖNORM EN ISO 7010 ein eigener Nationaler Anhang zusammengestellt. Darin sind in einer Tabelle die Zeichen gemäß EU-Richtlinie 92/58/EWG (Mindestvorschriften für die Sicherheits- und/oder Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz), Kennzeichnungsverordnung (KennV BGBl. II Nr. 101/1997), ÖNORM EN ISO 7010:2012 und der jetzt zurückgezogenen ÖNORM Z 1000-2 gegenübergestellt.
Sind bei manchen Zeichen die Abweichungen eher geringfügig, sind bei anderen doch deutliche Unterschiede in Gestaltung und Bezeichnung zu erkennen. Beispielsweise sind in ÖNORM EN ISO 7010 die Symbole für Feuerwehrschlauch und Feuerleiter durch Flammen ergänzt.